Interviewreihe “Fit für die Gründung – Profis starten durch!”

In diesen Interviews erzählen uns Gründerinnen und Gründer ihre persönliche Existenzgründungsgeschichte. Gemeinsam haben sie, dass sie den Sprung in die berufliche Selbstständigkeit aus einer Anstellung wagten.

Folge – 8 – mzb.de

Ob Marke, Erfindung oder Design: mzb.de hilft kreativen Köpfen, ihre Innovationen zu schützen. Die im Jahr 2013 von Elmar Meyer zu Bexten als Einzelunternehmen gegründete Patentanwaltskanzlei berät und vertritt hierzu Mandantinnen aus aller Welt vor unterschiedlichsten deutschen, europäischen und anderen internationalen Behörden und Organisationen.

Wie war Ihre berufliche Ausgangssituation vor der Gründung?

Elmar Meyer zu Bexten: Lange Geschichte, denn ich bin Spätzünder: Seit 1997 hatte ich in der Softwareentwicklung von IBM viele Stationen durchlaufen. Nach neun Jahren jedoch fand ich mich in einer Motivationskrise wieder. Die Karriereleiter, auf der ich stand, fühlte sich falsch an – ich begann, mit der Selbstständigkeit zu liebäugeln.

In dieser Phase traf ich einen Anwalt, der eine Diensterfindung für meinen Arbeitgeber patentierte. Interessiert fragte ich nach seinem Berufsbild, das mir auf vielen Ebenen reizvoll erschien. Ein neues Ziel nahm Gestalt an: der Aufbau einer erfolgreichen Kanzlei.

Dummerweise stand zwischen mir und meinem Unternehmen offenkundig ein Berufswechsel. So rief ich in unserer Patentabteilung an und fragte die Kollegen nach ihrem Bildungsweg. Wieder winkte das Schicksal, denn zufällig wurde dort ein Trainee gesucht.

Gleich zwei Fingerzeige ließen sich nicht ignorieren – mein Abenteuer nahm seinen Anfang. Bis zur Gründung sollten aber noch sieben Jahre ins Land gehen, denn zunächst waren ein weiteres Studium und zahlreiche Prüfungen zu meistern… und nebenbei eine Familie zu ernähren. Diese Gratwanderung führte mich zwischen 2007 und 2012 durch die Patentabteilung von Alcatel-Lucent, wo ich ein großartiges Team antraf.

Nach dem sogenannten Amtsjahr mit weiteren Prüfungen sowie einem Intermezzo in einer Wirtschaftskanzlei konnte ich endlich meinen Anwaltseid leisten. Somit waren sämtliche Voraussetzungen erfüllt, um Mandantinnen nicht nur vor dem Europäischen Patentamt, sondern auch vor deutschen Behörden und Gerichten zu vertreten: mzb.de war geboren!

Was war Ihre Motivation sich beruflich selbstständig zu machen?

Der Wunsch nach Selbstbestimmung und wirtschaftlicher Unabhängigkeit.

Welche Bedenken bzw. Ängste hatten Sie im Zusammenhang mit der Gründung und wie sind Sie damit umgegangen?

Als der Gründergeist bei mir erwachte, besaß ich Abschlüsse als Informatiker, Projektmanager und SAP-Anwendungsberater. Insofern lag der Gedanke an selbstständige Softwareentwicklung oder IT-Beratung nahe, aber jede dieser Optionen hätte finanzielle Einbußen oder ein Leben aus dem Koffer mit sich gebracht. So begann ich, in andere Richtungen zu denken, doch alle branchenfremden Geschäftsideen, die mir in den Sinn kamen, schienen für einen Familienvater waghalsig. Man könnte auch sagen: Ich war so feige, auf ein sicheres Erfolgsmodell zu warten – und hatte Glück.

Welche Veränderungen brachte die Selbstständigkeit für Sie?

Sie erweiterte meinen Horizont. Zwar verdanke ich der Industrie unschätzbare Begegnungen, Reisen und andere Erfahrungen. Rückblickend kommt mir mein damaliges Angestelltendenken in Tarifgruppen, Organigrammen und Jobtiteln aber fast kleingeistig vor. Heute darf ich mit Menschen aller Couleur und aus sämtlichen Branchen arbeiten; die Welt ist bunter geworden!

Was waren in und nach der Gründung die größten Herausforderungen? Welche sind es aktuell?

15 Jahre Teamarbeit in internationalen Konzernen haben mich geprägt. Meine ersten Berührungen mit traditionellen Großkanzleien lösten daher einen Kulturschock aus. Wie umgehen mit „Altpartnern“, die eingehende E-Mails ausdrucken lassen und „das Fräulein zum Diktat“ rufen?

Heute ist es eher die schiere Arbeitslast, die mich gelegentlich keuchen lässt. Eine Herausforderung liegt darin, zu erkennen, was sich delegieren lässt – ohne dass die Qualität des Endergebnisses leidet.

Wie haben Sie die ersten Kunden gewonnen?

Auf die altmodische Art: Ich habe geduldig zugehört und versucht, ihr individuelles Problem zu lösen. Dass ich zuvor selbst auf der Seite des Auftraggebers gestanden hatte, war der Sache sicher nicht hinderlich.

Was ist für Sie besonders spannend in der beruflichen Selbstständigkeit?

Die unternehmerische Freiheit, nur für und mit Menschen zu arbeiten, die ich mag.

Welche konkreten Tipps möchten Sie aktuellen Gründer:innen aus Ihrer eigenen Gründungserfahrung weitergeben?

Meine tägliche Erfahrung bestätigt zumindest eine unter Investor:innen altbekannte Weisheit: Bei den erfolgreichsten Gründungsteams, die ich begleite, ergänzen sich Fachkompetenz und Persönlichkeit der Einzelnen. Typisch scheint etwa die Paarung aus visionärem Strategen à la Steve Jobs und detailverliebtem Konstrukteur à la Steve Wozniak. Und nein, Apple ist keiner meiner Mandanten.

Welche Qualitäten sollte man aus Ihrer Erfahrung als Unternehmer:in mitbringen bzw. sich aneignen?

Eine gewisse Beratungsresistenz kann wohl nicht schaden, aber vielleicht spricht da auch westfälische Sturheit aus mir.

Gibt es unternehmerischen Entscheidungen, die Sie rückblickend anders treffen würden?

Kurz nach der Gründung wurde ich von Widersachern mit unberechtigten Abmahnungen überzogen. Um den darauffolgenden Rechtsstreit abzukürzen, habe ich seinerzeit eingelenkt – das nagt an mir. Auch wenn mich diese Antwort den Friedensnobelpreis kostet: Heute würde ich bis zum letzten Blutstropfen kämpfen.

Was hat sich nach Ihrer Gründung anders entwickelt als geplant und welche Auswirkungen hatte dies?

Nach 15 Ehejahren trennte sich meine Frau von mir, die mich auch beruflich unterstützt hatte. So stand ich plötzlich als alleinerziehender Einzelunternehmer da. Inzwischen ist meine Ehe geschieden und mein Sohn ein tapferer, liebevoller Mann, aber die letzten fünf Jahre haben viel Kraft gekostet.

Stellen Sie sich vor, es kommt eine gute Fee vorbei und Sie haben zwei unternehmerische Wünsche frei, welche wären das?

  1. Ein Start-up unter meinen Schützlingen findet ein Heilmittel gegen Krebs, gibt das Patent frei und schmeißt eine dreitägige Party für die ganze Welt – mit mir als Ehrengast 😉.
  2. Gehe zu 1.

Herzlichen Dank für den Einblick und die Anregungen!

Interviewreihe “Fit für die Gründung – Profis starten durch!”

In diesen Interviews erzählen uns Gründerinnen und Gründer ihre persönliche Existenzgründungsgeschichte. Gemeinsam haben sie, dass sie den Sprung in die berufliche Selbstständigkeit aus einer Anstellung wagten.

Folge – 7 – KwerlingIT GmbH

Die KwerlingIT GmbH ist ein Softwareunternehmen, das KMUs durch maßgeschneiderte Softwarelösungen bei der Prozessautomatisierung unterstützt. Die konkreten Einsatzfelder sind vielfältig. Häufig werden hierbei Schnittstellen unterschiedlicher Programme bzw. Softwarepakete miteinander verknüpft. Gesammelte Daten werden aggregiert, zusammengestellt und ausgewertet. Der manuelle Aufwand z.B. bei Verwaltungsaufgaben im Unternehmen wird dadurch wesentlich minimiert.
Das Portfolio, das der geschäftsführende Gesellschafter Kristof Werling anbietet, umfasst auch Softwareentwicklung, Trainings bis in die Beratung bei der Migration von existierenden Lösungen in die Cloud.
Aktuell entwickelt der Unternehmer gemeinsam mit Kooperationspartnern ein Angebot, das kleine und mittelgroße Unternehmen dabei unterstützt, ihre IT und IT-Sicherheit professionell zu managen.

Wie sah Ihr Gründungsprozess aus?

Kristof Werling: Meine Gründung hat sich, bedingt durch die Coronapandemie, deutlich in die Länge gezogen. Es lag über ein halbes Jahr zwischen der geplanten und der tatsächlichen Gründung der GmbH, die im 4. Quartal 2020 erfolgte.

Während der gesamten Gründungsphase wurde ich sehr professionell von der Agentur für Arbeit begleitet. Ich hatte meine Gründungspläne mit meiner Beraterin besprochen und sie hat mich z.B. zu den Fördermöglichkeiten für Existenzgründer sehr gut beraten.

Wie war Ihre berufliche Ausgangssituation vor der Gründung?

Vor der Gründung war ich 31 Jahre bei Hewlett-Packard (Enterprise), bzw. DxC beschäftigt. Ich habe dort in weltweiten Projekten mitgearbeitet und habe diese auch geleitet. Ich erstellte Software erst als Programmierer, später dann als Designer/Architekt und begleitete den Rollout von Softwarelösungen in multinationalen Umgebungen für zehntausende Server und hunderttausende Nutzer.

Wie kam es zu Ihrer Entscheidung, sich beruflich selbstständig zu machen?

Schon seit mehr als 20 Jahren lässt mich die Idee der beruflichen Selbstständigkeit nicht los. Allerdings war mir in der Vergangenheit das Risiko, mit der Verantwortung für zwei kleine Kinder zu groß. Ende 2019 hatte sich die familiäre Situation entwickelt, sodass ich der Meinung war, den lang gehegten Traum der Unternehmensgründung jetzt angehen zu können. Außerdem hatte sich über die letzten Jahre bei meinem Arbeitgeber immer deutlicher gezeigt, dass dort die Zukunft nicht in der Softwareerstellung gesehen wurde. Diese ist jedoch seit 1979 meine große Leidenschaft!

Welche Bedenken bzw. Ängste hatten Sie im Zusammenhang mit der Gründung und wie sind Sie damit umgegangen?

In den 31 Jahren meiner Festanstellung konnte ich mich immer auf meine direkte fachliche Aufgabe konzentrieren. Ich musste mir keine Gedanken darüber machen, wie ein Folgeprojekt akquiriert wird, mit dem ich mich beschäftigen kann. Mir war von Anfang an bewusst, dass ich technische Probleme sehr gut lösen kann, jedoch in der Kundenakquise so gut wie keine Erfahrung hatte. Dies stellte sich als neue Herausforderung mit viel Lernpotenzial dar.
Es zeigte sich, dass einige Aspekte der Gründung anders verliefen, als ich es mir in der Vorbereitung vorgestellt hatte. Ich hatte mir im Vorfeld der Gründung z.B. viele Gedanken zur Firmierung gemacht und fand sehr ansprechende Namen. Allerdings stellte sich beim Überprüfen häufig heraus, dass diese Namen oder sehr ähnliche schon auf die eine oder andere Weise im Web verwendet wurden. Nicht selten war auch der Domainname bereits vergeben. So war ich unerwartet lange damit beschäftigt, um den heutigen Firmennamen zu erarbeiten.

Welche Veränderungen brachte die Selbstständigkeit für Sie?

Ich habe durch die Selbstständigkeit deutlich mehr zeitliche Flexibilität und Zeithoheit gewonnen. Auch wenn ich jetzt häufig deutlich längere Arbeitstage habe wie früher.
Meine Denk- und Sichtweise hat sich gewandelt. Als Angestellter stellte ich mir meist die Frage „Wie löse ich diese (technische) Aufgabe?“ Heute steht im Vordergrund „Wie kann ich für meinen Kunden Nutzen stiften, damit ggf. ein Problem erst gar nicht entsteht?“

Was ist für Sie besonders reizvoll in der beruflichen Selbstständigkeit?

Ich kann mein Verständnis und meine Expertise im Zusammenspiel von IT und Betriebswirtschaft sehr gut einbringen. Diese Möglichkeiten gehen weit darüber hinaus, was in meiner Zeit als Angestellter möglich war.

Es macht mir sehr viel Spaß, die (potenziellen) Kundenunternehmen kennenzulernen und meinen Entscheidungsspielraum zu nutzen, um genau die Kundenprojekte zu akquirieren, die ich interessant finde und die zu mir passen! In diesem Zusammenhang ist für mich ein großer Reiz, mit den Kunden gemeinsam Probleme aufzudecken und dann auch zu lösen, auch die, die vorher ggf. noch nicht ersichtlich waren.

Was waren in bzw. nach der Gründung die größten Herausforderungen? Wie sind Sie damit umgegangen?

Geplant hatte ich schon 2020 nahtlos nach Beendigung meines Arbeitsverhältnisses mit meinem Unternehmen zu starten. Ich hatte schon Gespräche mit anderen Unternehmen geführt, um die ersten Aufträge zu erhalten – alles sah sehr gut aus. Allerdings machte Corona diesen Start zunichte. Die in Aussicht gestellten Aufträge lösten sich in Luft auf. Deswegen entschied ich mich erst noch einmal abzuwarten. Als sich dann eine Coronawelle an die nächste reihte und die Maßnahmen dagegen auch immer drastischer wurden, entschied ich mich trotzdem loszulegen.

Wie kam es dann zum ersten Auftrag?

Den ersten Kunden habe ich dann durch meine Neugier gewonnen. Ich war auf einem Informationsabend, auf dem sich verschiedene Unternehmen vorstellten. Ein Betrieb interessierte mich besonders. Ich kam ins Gespräch mit den Gründern und im Verlauf stellte sich heraus, dass dieses Unternehmen das Testen ihrer Software automatisieren wollte. Daraus hat sich dann ein Workshop zur automatisierten Softwaretestung ergeben.

Welche Tipps und Anregen geben Sie Gründungsinteressierten weiter?

1) Mir hat es sehr geholfen, dass ein externer Berater auf meinen Businessplan geschaut hat. Es war sehr hilfreich, diesen Blick durch die „neutrale“ Brille auf meine eigenen Ideen zu bekommen und diese dann auch nochmal anzupassen. Für diese Leistungen kann man auch Fördermöglichkeiten nutzen.

2) Die Anbahnung von Aufträgen dauert mitunter lange und es ist viel Vorlaufzeit erforderlich! Man sollte sich darum nicht auf einen einzigen Auftrag versteifen, sondern parallel aktiv sein und am Ball bleiben! Wichtig ist es hierbei, dass man mit den richtigen Personen im Unternehmen spricht. Es nützt nichts, den direkten (fachlichen) Ansprechpartner zu überzeugen und den internen Geldgeber außen vorzulassen.

3) Relevante Veranstaltung besuchen, um dort mit potenziellen Kunden und Netzwerkpartnern ins persönliche Gespräch zu kommen und Input zu bekommen, was diese bewegt. Weiterbildungen und Schulungen nutzen, um sich richtig aufzustellen und weiterzuentwickeln. Ich war z.B. begeistert vom mehrteiligen Gründer Curriculum, das im AI xpress angeboten wurde.

Warum haben Sie sich für eine Ansiedlung im Softwarezentrum entschieden? Welchen Mehrwert ziehen Sie daraus?

Das Softwarezentrum bot mir die ideale Umgebung, um mein IT-Unternehmen anzusiedeln. Die benötigte Infrastruktur stand mir dort vom ersten Tag an zur Verfügung, das Preis-Leistungsverhältnis ist gut und es besteht große Flexibilität bei der Vertragsgestaltung. Das war und ist für mich als Gründer entscheidend. Der Leiter des Zentrums, Hans-Ulrich Schmid engagiert sich sehr für seine ansässigen Unternehmen. Er ist interessiert und fördert die Entwicklung und insbesondere auch die Vernetzung. Durch die Kooperation des Softwarezentrums mit dem AI xpress ergeben sich viele Kontaktpunkte, die auch schon zu mehreren Aufträgen geführt haben.

Welche zwei unternehmerischen Wünsche haben Sie für die Zukunft?

Der erste Wunsch ist, dass es so weiter geht: Interessante Kunden und vielfältige Aufgaben. Mein zweiter Wunsch ist, dass sich mein Unternehmen zu einem attraktiven Arbeitgeber entwickelt. Die GmbH darf wachsen und dann möchte ich nach und nach Mitarbeiter:innen an Bord nehmen, um noch größere Projekte zu stemmen. Meine Vision ist es, aus dem Unternehmen ein Familienunternehmen zu machen, in dem auch meine Kinder ihren Platz finden und somit die langfristige Fortführung gesichert ist. Das ist mein ganz großes Bestreben, vorausgesetzt meine Kinder tragen das mit!

Herzlichen Dank für den Einblick und die Anregungen!

Der Landkreis Böblingen siegt beim Gründer-Landesfinale

Stuttgart/Kreis Böblingen. Der Landkreis Böblingen hat beim Landesfinale von Start-up BW Local den ersten Platz (10 000 Euro) in der Kategorie „interkommunale Ansätze“ gewonnen. Zuvor wurde der Landkreis Böblingen bereits im Juli vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus nach 2020/2021 erneut als „Gründungsfreundliche Kommune“ ausgezeichnet.

Landrat Roland Bernhard erklärt: „Ich freue mich, dass der Landkreis Böblingen das Landesfinale von Start-up BW für sich entscheiden konnte und vom Wirtschaftsministerium erneut als Gründungsfreundliche Kommune ausgezeichnet wurde. Bei uns werden Gründerinnen und Gründer weiterhin beste Bedingungen finden, um ihre Ideen voranzutreiben. Für diese Leistung bedanke ich mich beim Kreiswirtschaftsförderer Dr. Sascha Meßmer und seinem Team sowie Wolfgang Vogt von den Senioren der Wirtschaft und der Gründerin Sinem Ertürk von „Green Bee Design““.

„Wichtiger denn je“

„Ein dynamisches Gründungsgeschehen ist vor dem Hintergrund der aktuellen Krisen wichtiger denn je, um unsere Wirtschaft zukunftssicher und krisenfest aufzustellen. Kommunen können ihren Teil dazu beitragen, indem sie gründungsfreundliche Strukturen vor Ort schaffen. Die ausgezeichneten Konzepte zeigen auf eindrucksvolle Weise, wie das gelingen kann. Uns wurden vielversprechende Projekte präsentiert, die wir gerne in der weiteren Umsetzung unterstützen“, betonte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut.

„Alle Finalistinnen und Finalisten haben interessante Konzepte erarbeitet, um Gründungswillige aktiv zu unterstützen. Hierfür möchte ich mich – auch im Namen der Gründerinnen und Gründer – herzlich bei Ihnen bedanken. Wir brauchen Ihr Engagement in den kommenden Monaten und Jahren mehr denn je“, sagte die Ministerin. Großes Potenzial sehe sie vor allem in interkommunalen Projekten: „Gerade im ländlichen Raum schaffen diese gemeinsam Angebote, die eine Kommune alleine nicht leisten kann.“

Anlaufstelle für Gründerinnen und Gründer im Landkreis Böblingen ist die Plattform, die vom Landkreis, Gemeinden, Unternehmen sowie von „Start-up BW“ aufgebaut wurde. Mit zentralen und lokalen Aktivitäten werden die Gründer gezielt gefördert. Beispielsweise helfen kompetente Ansprechpartner, die Gründerlotsen, wenn Start-ups Ratschläge brauchen.

Vielfältige Unterstützung

„Unsere Gründerlotsen beraten in allen Gründungsphasen und zeigen weitere Möglichkeiten der Unterstützung auf. Das betrifft zum Beispiel Fragen zum Businessplan, der Finanzierung, aber auch das Marketing“, sagt Wolfgang Vogt von den Senioren der Wirtschaft. Im vergangenen Jahr wurden außerdem neue Räumlichkeiten für Gründerinnen und Gründer im Landkreis geschaffen.

„Mit dem AI xpress auf dem ehemaligen Eisenmann-Areal haben wir ein Start-up- und Innovationszentrum zum Thema Künstliche Intelligenz eingerichtet. Besonders stolz sind wir außerdem, dass wir mit dem Coworking Checkpoint Campus der Gemeinnützigen Werkstätten und Wohnstätten GmbH (GWW) den ersten inklusiven Coworking Space in Süddeutschland haben. Damit machen wir die Wirtschaft im Landkreis fit für die Zukunft“, sagt Dr. Sascha Meßmer.

Preisträgerinnen und Preisträger Kategorie Gemeinde/Stadt: Den ersten Preis (10 000 Euro) hat Heidelberg gewonnen. Der zweite Platz (7500 Euro) ging an Horb. Platz drei (5000 Euro) sicherte sich Freudenstadt.

Interkommunale Projekte: Den ersten Preis (10 000 Euro) hat der Landkreis Böblingen gewonnen. Der zweite Platz (7500 Euro) ging an den Landkreis Calw. Platz drei (5000 Euro) sicherte sich der Landkreis Biberach.

Info

„Start-up BW Local“ ist ein Landeswettbewerb des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg. Er fördert Gemeinden, Städte und Landkreise bei der konzeptionellen Erstellung gründungsfreundlicher Strukturen vor Ort. Insgesamt gibt es bereits 92 gründungsfreundliche Kommunen im Land.

Der Wettbewerb wird getragen vom Wirtschaftsministerium und von den baden-württembergischen kommunalen Spitzenverbänden Gemeindetag, Städtetag, Landkreistag sowie vom Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) und vom Baden-Württembergischen Handwerkstag (BWHT). Er findet im zweijährigen Rhythmus statt. Weitere Informationen unter: www.startupbw.de/local

AI xpress. Das Startup- und Innovationszentrum ist ein Projekt des Softwarezentrums Böblingen/Sindelfingen e.V. mit Unterstützung des Landkreises Böblingen.

AI xpress startet weitere Informationsreihe für Startups und Unternehmen in der Wachstumsphase

Das Startup- und Innovationszentrum AI xpress lädt in einem “Special Company Development” mit insgesamt fünf Terminen zur Auseinandersetzung mit “Wachstumsschmerzen” junger Unternehmen ein. AI xpress Initiator Wolfgang Vogt, der die Reihe koordiniert: “Gerade nach der ersten Gründungsphase müssen Startups reflektieren und strukturieren. Das klappt dann hervorragend, wenn man Impulse von außen zulässt. Gerade diese Impulse wollen wir mit der Reihe geben.”

Im Dialog mit anderen Gründerinnen und Gründern und mit interessanten Unternehmerpersönlichkeiten bekommen die Teilnehmer Impulse und Orientierung in der Wachstumsphase.

Die Reihe wird gemeinsam mit der IZF – Initiative Zukunftsfähige Führung e.V. und den Senioren der Wirtschaft angeboten und unter anderem vom Softwarezentrum Böblingen/Sindelfingen und dem Landkreis Böblingen unterstützt. Die Themen und Termine:

26-Sept. Herausforderung Startup – welche Themen treiben uns um?
10-Okt. Wofür steht dein Unternehmen – Client Value Diszipline
24-Okt. Wer passt zu euch – wie sieht der/die ideale Kandidat:in aus?
7-Nov. Wie sorge ich für Resultate?
21-Nov. Konflikte – wo kommen sie her und wie kann man sie lösen?

Weitere Informationen und eine Anmeldemöglichkeit zu den kostenfreien Angeboten finden sich auf der AI xpress Website.

Über AI xpress

Das Startup- und Innovationszentrum AI xpress ist ein Projekt des Softwarezentrums Böblingen/Sindelfingen e.V. zur Ansiedlung und Unterstützung junger IT-Unternehmen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (engl. AI, Artificial Intelligence). Mit der Unterstützung des Landkreises Böblingen mit einem finanziellen Beitrag in Höhe von 1,2 Mio. Euro, der Senioren der Wirtschaft und der Compart AG wurde das AI xpress im Oktober 2021 gegründet.

Das Ziel des auf dem früheren Eisenmann-Areal gestarteten Projektes AI xpress ist es, Unternehmensgründungen aus der Region zu fördern, Technikbegeisterung bei jungen Menschen zu wecken, den Technologietransfer zu unterstützen und die Innovationskraft von Unternehmen, insbesondere des Mittelstandes, zu stärken.

Auf über 1.000 qm Fläche bietet AI xpress moderne Coworking Spaces, Managed Offices und Besprechungsräume in denen kluge Köpfe aus verschiedenen Branchen in angenehmer Atmosphäre zusammen arbeiten. Daneben lädt der Maker Space als Prototypenwerkstatt mit verschiedenen Labs junge Menschen ab 14 Jahren ein, sich alleine oder unter Anleitung mit Technikthemen zu beschäftigen. So werden z.B. im Creative Lab regelmäßig Kurse zum Umgang mit 3D-Druckern und Lasercuttern angeboten.

Das breite KI-Beratungsangebot adressiert Anwender aus Wirtschaft, Bildung, Forschung sowie Verwaltung und macht sie fit für die Zukunft.

Wirtschaftsförderung im Landkreis Böblingen erneut ausgezeichnet

Landrat: „Wir gehen innovative Wege, um Unternehmen zu fördern und Menschen für Technik zu begeistern“ 

Die Wirtschaftsförderungen des Landkreises, der Region Stuttgart und der Stadt Böblingen wurden am 13. September mit dem 2. Platz „Innovative Wirtschaftsförderung“ für das Projekt AI xpress ausgezeichnet.

Für die Entscheidung der Jury war die Einrichtung des Startup- und Innovationszentrums AI xpress ausschlaggebend. Ihr außergewöhnlicher Ansatz zur Unterstützung ansässiger Unternehmen und Existenzgründer sowie die MINT-Förderung wurde damit belohnt. Der Preis wurde gemeinsam von der Hochschule Harz, den deutschen kommunalen Spitzenverbänden, dem Deutschen Institut für Urbanistik und dem Deutschen Verband der Wirtschaftsförderung- und Entwicklungsgesellschaften e.V. in vier verschiedenen Kategorien, darunter eine für Landkreise, ausgelobt. Die Digitalisierungsmanagerin des Landkreises Kerstin Brenner nahm den Preis entgegen.

Überreicht wurde die Auszeichnung von Prof. Dr. Jürgen Stember (Hochschule Harz) und Thomas Hammann (Deutscher Verband der Wirtschaftsförderung- und Entwicklungsgesellschaften e.V.) im Rahmen der „WiföLAB-Tagung 2022“ in Halberstadt. Mit dem Preis sollen innovative Leistungen kommunaler Wirtschaftsförderungen sichtbarer gemacht und der Erfahrungsaustausch und Wissenstransfer zwischen den Wirtschaftsförderungen unterstützt werden.

Landrat Roland Bernhard erklärt: „Ich freue mich sehr, dass der Landkreis nach 2019 erneut für seine innovative Wirtschaftsförderung ausgezeichnet wurde. Dies bestätigt unsere Entscheidung, mit AI xpress Innovationen im Bereich der Künstlichen Intelligenz zu fördern. Wir möchten unseren Landkreis bereits heute fit für die Wirtschaft von morgen machen. Ich danke Kreiswirtschaftsförderer Dr. Sascha Meßmer, seinem Team und unseren Partnern Softwarezentrum Böblingen/Sindelfingen, Senioren der Wirtschaft, Compart AG, Region Stuttgart und Stadt Böblingen für ihr Engagement“.

„Die erfolgreiche Ansiedlung von sehr jungen Technologie-Startups, mehr als 4.000 Besucherinnen und Besucher im AI xpress seit Oktober 2021 und jetzt diese tolle Auszeichnung sind Ansporn zum Weitermachen“, sagte Hans-Ulrich Schmid, Geschäftsführer des Softwarezentrums Böblingen/Sindelfingen e.V., der Träger von AI xpress ist.

Dr. Sascha Meßmer, der auch gleichzeitig Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH ist, ergänzt: „Es lag nahe für den Wettbewerb ein Projekt auszuwählen, bei dem Region, Landkreis und Stadt ihre Kräfte gebündelt haben, um den Ideen von Morgen einen Platz zu geben. Das AIxpress bietet Gründerinnen und Gründern Räumlichkeiten und bietet Foren für den Austausch mit Schülerinnen und Schülern in Technik, Mathematik und Naturwissenschaft.“

Böblingens Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz unterstreicht: „Wir freuen uns sehr über die Auszeichnung, die mit dem 2. Platz „Innovative Wirtschaftsförderung“ für das Projekt AI xpress verbunden ist. Die Stadt Böblingen war gemeinsam mit der regionalen Wirtschaftsförderung erfolgreiche Impulsgeberin für ein Engagement im Bereich der Künstlichen Intelligenz vor Ort – wir danken herzlich dem Team um Hans-Ulrich Schmid und Harald Grumser vom Softwarezentrum Böblingen/Sindelfingen, Wolfgang Vogt von den Senioren der Wirtschaft sowie Landkreis und Kreistag für die Realisierung des Bausteins AI xpress in Böblingen. Unsere städtische Wirtschaftsförderung unterstützt weitere Projekte zum Thema KI und sieht hierin einen starken Mehrwert für ortsansässige Unternehmen und Start-ups.“

Das Startup- und Innovationszentrum AI xpress ist ein Projekt des Softwarezentrums Böblingen/Sindelfingen e.V. zur Ansiedlung und Unterstützung junger IT-Unternehmen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (engl. AI, Artificial Intelligence). Der Landkreis Böblingen hat mit einem finanziellen Beitrag von 1,2 Mio. Euro das Projekt möglich gemacht. Über die Zukunftsstrategie Wirtschaftsstarker Landkreis wurde die Idee eingebracht und konnte mit Unterstützung der Senioren der Wirtschaft und der Compart AG im Oktober 2021 gegründet werden.

Das Ziel des auf dem früheren Eisenmann-Areal gestarteten Projektes AI xpress ist es, Unternehmensgründungen aus der Region zu fördern, Technikbegeisterung bei jungen Menschen zu wecken, den Technologietransfer zu unterstützen und die Innovationskraft von Unternehmen, insbesondere des Mittelstandes, zu stärken.

Auf über 1.000 qm Fläche bietet AI xpress moderne Coworking Spaces, Büros und Besprechungsräume in denen kluge Köpfe aus verschiedenen Branchen in angenehmer Atmosphäre zusammenarbeiten. Daneben lädt der Maker Space als Prototypenwerkstatt mit verschiedenen Labs junge Menschen ab 14 Jahren ein, sich allein oder unter Anleitung mit Technikthemen zu beschäftigen. So werden z.B. im Creative Lab regelmäßig Kurse zum Umgang mit 3D-Druckern und Lasercuttern angeboten.
Das breite KI-Beratungsangebot adressiert Anwender aus Wirtschaft, Bildung, Forschung sowie Verwaltung und macht sie fit für die Zukunft.

Interviewreihe “Fit für die Gründung – Profis starten durch!”

In diesen Interviews erzählen uns Gründerinnen und Gründer ihre persönliche Existenzgründungsgeschichte. Gemeinsam haben sie, dass sie den Sprung in die berufliche Selbstständigkeit aus einer Anstellung wagten.

Folge – 6 – Tech Consulting Services

Das Unternehmen Tech Consulting Services mit Sitz in Holzgerlingen berät produzierende Unternehmen im Bereich Nachhaltigkeit und Klima-Neutralität mit Fokus auf Energie- und Ressourceneffizienz, Emissionsminderung sowie Abfallvermeidung bei Lackier- und verfahrenstechnischen Anlagen. Die Zielgruppen sind Anlagenbetreiber und Anlagenbauer in den Branchen Oberflächentechnik, chemische u. verfahrenstechnische Industrie sowie Umwelttechnik.  Dr. Johann Halbartschlager, Doktor der technischen Wissenschaften und Dipl.-Ing. Chemieingenieurwesen gründete das Einzelunternehmen im Januar 2021. Seine Kunden sind in Deutschland, Österreich, USA und Südamerika aktiv.

Wie war Ihre berufliche Ausgangssituation vor der Gründung?

Dr. Johann Halbartschlager: Ich war für meinen damaligen Arbeitgeber, einen Anlagenbauer, 2015 und 2016 in China tätig und habe dort innerhalb von zwei Jahren den Bereich Umwelttechnik aufgebaut. Außerdem war ich Business Unit-übergreifend u.a. als In-House-Consultant für technologische Themen tätig. Insgesamt habe ich 35 Jahre für das Unternehmen in unterschiedlichen Fach- und Führungsfunktionen weltweit gearbeitet.

Was waren Ihre Beweggründe für den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit?

Die Geschäftsidee entstand durch viele Gespräche in meinem beruflichen Netzwerk. Dabei spielten die großen gesellschaftlichen Herausforderungen im Bereich Nachhaltigkeit und klimaneutrale Produktion eine wichtige Rolle.

Durch meine 35-jährige Berufspraxis, auch in Produktionsverantwortung, bin ich in der Lage Ökologie und Ökonomie, z.B. durch produktionsintegrierten Umweltschutz, in Einklang zu bringen. Mein umfangreicher Erfahrungsschatz machte mich sehr zuversichtlich, dass ich mit meinem Angebot genau zum richtigen Zeitpunkt auf den Markt komme.

Finaler Auslöser für die Selbstständigkeit als Consultant war letztendlich die Insolvenz meines Arbeitgebers.

Wie sah Ihr Gründungsprozess aus?

Mein Gründungsprozess war sehr zielorientiert. Bereits im Vorfeld habe ich Akquise-Gespräche mit potenziellen Kunden geführt, konkrete Leistungspakete und Angebote formuliert, Fördermöglichkeiten abgeprüft und einen Businessplan geschrieben.

Ein guter Freund, der ehrenamtlich in der Gründungsberatung tätig ist, stellte mir hierbei die richtigen Fragen zu meinem Leistungsspektrum, Markt und Wettbewerbern, Alleinstellungsmerkmalen, Chancen und Risiken. Auch die Senioren der Wirtschaft haben mich unterstützt.

Welche Bedenken bzw. Ängste hatten Sie im Zusammenhang mit der Gründung und wie sind Sie damit umgegangen?

Meine Bedenken bezogen sich lediglich auf die Frage, wie ich schnellstmöglich Aufträge erhalte. Der Austausch mit meinem Netzwerk, aus z.B. ehemaligen Kollegen und Wegbegleitern, war für die ersten Aufträge sehr hilfreich. Letztendlich bin ich für eine erste erfolgreiche Akquise direkt auf einen ehemaligen Kunden zugegangen.

Was ist für Sie besonders spannend in der beruflichen Selbstständigkeit?

Es sind die vielfältigen persönlichen Kontakte zu Menschen in völlig unterschiedlichen Branchen und dass sich meine beratende Tätigkeit sehr stark mit Zukunftsthemen beschäftigt.  Auch schätze ich es sehr, dass ich die Arbeitszeit weitgehend frei einteilen kann.

Wie hat sich Ihr beruflicher Alltag gegenüber der Anstellung verändert?

Mein beruflicher Alltag hat sich dadurch nicht so stark verändert. Auch in meiner Anstellung musste ich verschiedenste Themen koordinieren, das ist in meiner Selbstständigkeit weiterhin ein wichtiger Aspekt. Mein Arbeitspensum ist eher höher, da mein Anspruch, die Kunden exzellent zu bedienen teilweise ein vertieftes Einarbeiten in neue Themen erfordert. Dafür schätze ich die zeitlichen Freiräume sehr, die nun größer sind. Selbstständig sein, bedeutet für mich nicht ständig zu arbeiten. Meine Tätigkeit konzentriert sich heute weniger auf die „klassischen Arbeitszeiten“, dadurch kann ich private und berufliche Termine besser in Einklang bringen und flexibler auf Kundenbedürfnisse eingehen. Der Aspekt des Selbstmarketings hat an Bedeutung gewonnen, man muss als Selbstständiger aktiv und interessiert auf Menschen zugehen sowie für sein Angebot begeistern können und den Mehrwert transportieren.

Mit welchen unternehmerischen Herausforderungen müssen Sie umgehen?

Die Herausforderung besteht darin, dass ich als „Solist“ auf Terminänderungen bei Kunden sehr flexibel reagieren muss. Entscheidungen bei Kunden dauern mitunter einiges länger oder werden verschoben. Das bedeutet für mich, dass ich immer wieder neu disponieren muss. Insofern ist es vorteilhaft, immer mehrere Projekte parallel in der Umsetzung zu haben. Bei allem Abarbeiten der Aufträge darf man das Netzwerken und die Akquise nicht vergessen.

Welche Erfahrungen haben Sie als Unternehmer bisher mit Krisen gesammelt?

Aufgrund meiner breiten thematischen Aufstellung kam ich bislang in keine Krisensituation. Ein Grundsatzrisiko ist aus meiner Sicht ist, dass bei Krisen reflexartig externe Dienstleistungen als Erstes auf den Prüfstand gestellt werden. Umso wichtiger ist es, nicht von einem einzigen (Groß-)Kunden abhängig zu sein.

Welche konkreten Tipps können Sie frischen Gründer:innen geben?

Gründer:innen sollten sich folgende Fragen ehrlich beantworten:

  • Wie unterscheide ich mich von Wettbewerbern? Welche Alleinstellungsmerkmale habe ich?
  • Wird mein Angebot langfristig nachgefragt?
  • Kann ich Akquise?

Man sollte sein bisheriges berufliches Netzwerk dahingehend hinterfragen, ob es einen bei der Auftragsgenerierung unterstützen kann.  Ich empfehle stetig an der Erweiterung des Netzwerkes zu arbeiten, z. B. durch Teilnahme an Tagungen, Messen etc. Entscheider:innen ist es häufig wichtig, den Menschen, der hinter einer Dienstleistung steht, persönlich zu kennen, bevor man zusammenarbeitet. Zumindest in meinem Metier ist das so. Auch kann man Vorträge halten und Artikel in Fachzeitschriften platzieren, um den eigenen Bekanntheitsgrad und Expertenstatus zu erhöhen.

Es ist ebenfalls hilfreich, auf externe Spezialist:innen, beispielsweise für Steuerthemen, zurückzugreifen. Nicht nur in der Gründungsphase, sondern auch danach, um sich auf das eigene Kernbusiness konzentrieren zu können!

Auch das Einbinden des persönlichen Umfelds, in die Gründungsgedanken, ist wichtig. Denn möglicherweise muss der Partner zu Beginn der Selbstständigkeit stärker zum Lebensunterhalt beitragen.

Welche Qualitäten sollte man als Unternehmer:in mitbringen bzw. sich aneignen?

Freude am Kontakt mit Menschen halte ich für wichtig. Ganz entscheidend ist es, sein eigenes Produkt oder die Dienstleistung verkaufen zu können. Ebenfalls sollte man seine Resilienz für stressige Tage stärken.

Was war in der Gründung Ihre größte Lernerfahrung?

Man muss sich konsequent auf den Weg machen und dranbleiben. Wie schon erwähnt, sollte man auf potenzielle Kunden zugehen, ihnen zuhören und sich mit ihren Herausforderungen beschäftigen. Dann gelingt es, den eigenen Mehrwert zu transportieren. Daraus eröffnen sich immer wieder Türen und neue Perspektiven, die neue Geschäftschancen bieten.

Was würden Sie heute bei Ihrer Gründung anders machen und warum?

Bezüglich Gründung würde ich nichts anders machen. Ich frage mich selbst, warum ich nicht schon viel früher den Weg in die Selbstständigkeit gegangen bin!

Herzlichen Dank für den Einblick und die Anregungen!

Willkommen in Deutschland!

Mitarbeiterinnen der IT Workbench flüchten mit ihren Familien aus Kiew nach Sindelfingen und setzen ihre Arbeit jetzt am deutschen Standort fort.

Am Standort Kiew unterhält die im Softwarezentrum ansässige IT Workbench GmbH, die sich auf Softwareentwicklung für die Versicherungsbranche spezialisiert hat, seit 2006 ein Tochterunternehmen, das die Softwareprogrammierung nach deutschen Vorgaben umsetzt.

Nach dem russischen Angriff Ende Februar hat der Geschäftsführer Dr. Michael Krieg sofort reagiert und seinem Team angeboten, in Sindelfingen Zuflucht zu suchen. Da die männlichen Kollegen alle noch im wehrpflichtigen Alter sind und daher das Land nicht verlassen können, haben sich drei Mitarbeiterinnen mit ihren Familien auf den Weg nach Deutschland gemacht.

Flucht ins Ungewisse

Wohnung verschlossen, Auto am Kiewer Bahnhof abgestellt: Hals über Kopf steigt Olena mit Mutter Natalia und Sohn Sergiy in einen Zug Richtung Rumänien.

Währenddessen organisiert Michael Krieg aus Deutschland einen Kontakt, der sie an der rumänischen Grenze abholt und für ein paar Tage in einem Hotel in Rumänien unterbringt.

Nach diesem Zwischenstopp geht es weiter nach Wien und von dort per Flugzeug nach Stuttgart. Die Flucht endet schließlich in Maichingen.

Wenige Tage später kommt auch Yanina mit Sohn Andriy in Maichingen an. Sie haben sich zunächst bis ins westukrainische Lviv durchgeschlagen und dort jeglichen Mut verloren. Mit viel Beistand aus der Ferne nehmen sie dann doch noch ihre Flucht nach Polen auf und steigen in Warschau in den Flieger nach Stuttgart.

Zuletzt erreichen Katerina und ihre Eltern, Schwester und Kinder Maichingen. Sie sind alle zusammen in einem Auto gekommen. Auf der Flucht nach Westen haben sie viel den bereits verstorbenen Großvater zitiert: „Opa hätte sich gewundert und überhaupt nicht verstanden, dass wir im Jahre 2022 Schutz in Westeuropa – ja sogar Deutschland – suchen, weil jetzt die Bedrohung von Osten kommt.“

Willkommen in Deutschland!

Untergebracht bei verschiedenen, befreundeten Familien in Sindelfingen-Maichingen und Renningen sollen die Ukrainer erstmal zur Ruhe kommen.

Doch es gilt nicht nur die Müdigkeit der Flucht abzustreifen, sondern auch den Kummer über das Herausgerissenwerden aus der eigenen Existenz zu bewältigen und die Sorge über die zurückgelassenen Familienmitglieder, Freunde und Kollegen zu verdrängen.

Gleichzeitig müssen sie sich der Herausforderung einer neuen Umgebung, einer neuen Sprache und einer neuen Kultur stellen.

Aber auch für die Gastfamilien ist die Situation neu. Was macht man denn, wenn man unbekannte Menschen aus einem fremden Land, dessen Sprache man nicht spricht, bei sich aufnimmt? Richtig: Eine Grillparty! Immer ein guter Start für gegenseitiges Kennenlernen.

Auszeit oder Alltag?

Trotz vieler Erleichterungen wie der visumsfreien Einreise folgen für die Neuankömmlinge einige Behördengänge, die mit viel Aufwand und Papierkram verbunden sind: Von der Registrierung im Einwohnermeldeamt, Asylleistungen im Landratsamt bis hin zur Bankkontoeröffnung und Anmeldung bei der Krankenkasse.

Dabei zeigen sich alle Ämter sehr hilfsbereit, so dass nach und nach alles abgewickelt wird und einer Eingliederung in den deutschen Alltag nichts mehr im Wege steht.

So können Yanina, Olena und Katerina bereits ab April ihre Arbeit fast nahtlos in Deutschland fortsetzen und damit ihre Existenz sichern.

Es folgt der Umzug in eigene Wohnungen, die angemietet werden, um das Leben zumindest etwas auf normale Bahnen zu lenken.

Aber der Blick zurück schmerzt gewaltig! Es bleibt unfassbar, was der Krieg in der Ukraine ihnen angetan hat.

Neue Erfahrungen

Nicht nur die drei IT Workbencherinnen müssen sich im neuen Dasein zurechtfinden, sondern auch ihre Familienmitglieder. Zunächst fehlt es an Deutschkenntnissen. Diese müssen – sei es in der Volkshochschule oder mit Privatlehrern – jetzt erworben werden, denn ohne Sprachkenntnisse funktioniert der Alltag nur schwer.

Der 15-jährige Sergiy wird gleich wenige Tage nach seiner Ankunft in Deutschland am Otto-Hahn-Gymnasium in Böblingen herzlich aufgenommen. Schulleitung, Lehrer, Verwaltungsteam wie auch der gleichaltrige „Buddy“ aus der neuen Klasse integrieren den jungen Ukrainer gleich in die Schulgemeinschaft. Seine Leidenschaft für den Kicksport darf er nachmittags im örtlichen Fußballverein ausleben.

Andriy, der zunächst per Online-Unterricht seiner ukrainischen Schule treu geblieben ist, hat sich inzwischen für den Besuch am Stiftsgymnasium in Sindelfingen entschieden.

Neben der Schule macht der Zwölfjährige noch Sportakrobatik, hat sich den Dampfbahnfreunden angeschlossen und unterstützt die Initiative „Helfen statt Hamstern“ mit seinen Sprachkenntnissen und seinem Managertalent.

Wie geht es weiter?

Wir wissen es nicht, aber eines ist sicher: Dr. Michael Krieg wird weiterhin sehr aufmerksam die politische Lage verfolgen, um entsprechend reagieren zu können und er wird wieder eine passende Lösung für sein Team finden.

Die IT Workbench bleibt mit ihrem eingespielten, internationalen Team ein zuverlässiger Partner!

Neue Interviewreihe “Fit für die Gründung – Profis starten durch!”

In diesen Interviews erzählen uns Gründerinnen und Gründer ihre persönliche Existenzgründungsgeschichte. Gemeinsam haben sie, dass sie den Sprung in die berufliche Selbstständigkeit aus einer Anstellung wagten.

Folge – 5 – proofnet GmbH

Die proofnet GmbH wurde im Jahre 2015 gegründet und besteht aktuell aus rund 10 MitarbeiterInnen. Das Unternehmen ist spezialisiert auf den Security PenTest im Automotive Umfeld, insbesondere dem Bereich Connected Car. Vereinfacht gesagt wird versucht, die Automotive Steuergeräte der Kunden in deren Auftrag anzugreifen, um Schwachstellen aufzudecken und im äußersten Fall auch konkret auszunutzen.

proofnet unterstützt und begleitet seine Kunden während der Entwicklung zukünftiger Fahrzeuggenerationen und ist neben den Hands-on Untersuchungen, z.B. auch an Konzept-Reviews etc. beteiligt, sprich analysiert geplante Security Maßnahmen schon auf dem Papier und zeigt Verbesserungspotentiale hinsichtlich der Absicherung auf.

Das Unternehmen arbeitet auf diesem Gebiet sowohl mit internationalen OEMs im Automobilbereich als auch mit Zulieferern von Connected Car Steuergeräten zusammen. Geleitet wird das Unternehmen von den zwei geschäftsführenden Gesellschaftern: Roman Schmidt und Susanne Goldammer, die das Unternehmen gemeinsam aufgebaut haben.

Wie sah der Gründungsprozess des Unternehmens aus?

Susanne Goldammer: Der Gründung der proofnet GmbH ging eine jahrelange Selbständigkeit als Freiberufler voraus. Zuvor war ich kurze Zeit bei einem Unternehmen angestellt, für das ich bereits als Studentin tätig war. Die fachlichen Themen als Selbstständige waren anfangs eher entwicklungsorientiert, aber immer schon mit Anlehnung an die Bereiche Automotive und/oder Security. Mit den Jahren haben sich die Projekte mehr und mehr in den Bereich Security Pen Test verschoben, nachdem der Bedarf hierfür bei den Kunden zunehmend in den Fokus gerückt ist.

Was bewegte Sie zur Gründung der GmbH?

Die Freiberuflichkeit ist vom Grundsatz her eine schöne und sehr freie Art der Selbständigkeit. Durch permanent steigende Kundenanfragen und durch die große rechtliche Unsicherheit in Bezug auf das Thema Scheinselbständigkeit, war die Gründung einer GmbH der richtige logische Schritt. Die Außenwirkung einer GmbH ist zudem eine ganz andere, als bei einem Freiberufler.

Was ist für Sie besonders spannend in der beruflichen Selbstständigkeit?

Der tägliche Spagat zwischen MitarbeiterInnen, Kunden und den vielfältigen Themen kann einem auf der einen Seite den Schlaf rauben. Andererseits macht es Spaß, wenn die Planungen, Ideen und Gedanken Wirkung zeigen und wir unsere Kunden ein echtes Stück voranbringen, z.B. in dem wir wichtige Security Schwachstellen aufdecken und sie so die Chance bekommen, diese noch vor Markteinführung zu beheben.

Wie hat sich Ihr Arbeitsalltag im Laufe der Jahre in der Selbstständigkeit verändert?

Als studierte Informatikerin war ich viele Jahre selbst ganz tief fachlich in die Projekte eingebunden und habe Hands-On an den Steuergeräten gearbeitet. Das hat sich mit zunehmender Unternehmensgröße verändert, d.h. ich verbringe einen Großteil meiner Zeit heute mit Projektabstimmungen, Aufgabenplanung, Mitarbeiterführung, Problemlösungen, Recruiting, Projektakquise, Neukundengewinnung etc. Die strikte Trennung nach Fachkraft, Manager und Unternehmer gibt es bei uns nach wie vor nicht. Ich persönlich finde das auch nicht schlimm, es ist sehr abwechslungsreich.

Welche Bedenken bzw. Ängste hatten Sie im Zusammenhang mit der Gründung und wie sind Sie damit umgegangen?

Die Gründung der GmbH an sich hat keine neuen Ängste hervorgerufen. Allerdings sind mit der GmbH-Gründung erste Mitarbeiter ins Unternehmen gekommen. Das bedeutete für mich, dass ich mit vielen neuen Aufgaben wie Mitarbeiterführung, Mitarbeitergesprächen, Aufgabenplanung, fachlichen Abstimmungen intern, der Lohnabrechnungen etc. konfrontiert wurde.

Der Schritt in die Freiberuflichkeit 2007 ging, so kurz nach dem Studium, tatsächlich mit der Sorge einher, ob ich damit den Lebensunterhalt für den nächsten Monat verdienen kann. Ich stamme nicht aus einer Unternehmerfamilie, in der man mit diesem Gedanken aufgewachsen ist und finanzielle Schwankungen sogar als normal ansieht. Im Nachhinein betrachtet war meine Sorge völlig unbegründet. Ich kann mich in all den Jahren nicht erinnern, dass ich mal keine Kunden und keine Projekte hatte.

Wie haben Sie Ihre ersten Kunden gewonnen?

Der erste Kunde ist aus Kontakten der vorherigen Anstellung entstanden. Nach der Kündigung durch meinen damaligen Arbeitgeber wollte der Kunde den Kontakt halten und die Projekte weiterführen. Wir arbeiten auch heute noch sehr eng zusammen und haben die Themen über die Jahre ausgebaut. Kunde 2 und 3 sind über die Freelancer Plattform Gulp akquiriert worden. Weitere Kunden kamen dann von sich aus auf uns zu, weil wir bereits in früheren Projekten für einen OEM zusammengearbeitet hatten.

Welche praktischen Tipps können Sie frischen Gründern oder Personen in der konkreten Gründungsüberlegung geben?

Ein finanzieller Puffer ist hilfreich. Bei mir war das eher nicht der Fall, weil die Selbständigkeit schon recht früh nach dem Studium anfing. Ich bin mit einem Businessplan gestartet. Den brauchte ich, für den Bezug des sogenannten Gründungszuschuss von der Agentur für Arbeit.

Die Buchhaltung und Umsatzsteuererklärung habe ich jahrelang selbst gemacht. Ich finde es wichtig, dass man seine Zahlen kennt. Viele Unternehmen scheitern, weil sie diese nicht im Blick behalten. Nach einigen Jahren, insbesondere mit dem Start der GmbH, der Mitarbeitereinstellung und den damit verbundenen Lohnabrechnungen, habe ich die Buchhaltung nach extern abgegeben.

Gibt es aus Ihrer persönlichen Erfahrung Aspekte, die Gründerinnen beim Schritt in die berufliche Selbstständigkeit besonders berücksichtigen sollten?

Es wird immer wieder über das Thema Altersarmut diskutiert, gerade bei Selbständigen. Man muss sich im Klaren sein, dass man zwangsläufig mehr verdienen sollte, als ein Angestellter. Nur so kann man seine eigene finanzielle Altersvorsorge betreiben und Ausfallzeiten wie Krankheit und Urlaub auffangen.

Das Thema Krankenversicherung ist auch zu durchdenken. Als freiwillig gesetzlich Versicherte hätte ich den Höchstbetrag bezahlt. Ich bin deshalb recht früh in die private Krankenversicherung (PKV) gewechselt. Was man in jungen Jahren spart, kommt bekanntermaßen über die Jahre obendrauf. Kinder müssen ebenfalls in der PKV versichert werden, sofern der besserverdienende Elternteil dort versichert ist.

Wie bleiben Sie als Unternehmer:in informiert und up to date?

Meist über Portale wie Xing oder LinkedIn, im Informatikbereich auch z.B. über Heise. Ich habe vor einer Weile ein Blinkist-Abo abgeschlossen. Dort werden Fachbücher (keine technischen!) auf 15 Leseminuten komprimiert. Oft gibt es diese auch zum Anhören, das empfinde ich als sehr praktisch. Fachlich bilden wir uns z.B. über die Black Hat, ein internationales Veranstaltungsformat zur Cybersecurity, weiter.

Welche unternehmerisch schwierigen Situationen haben Sie erlebt und wie sind Sie diesen begegnet?

Das größte Risiko für unseren Bereich ist tatsächlich der Fachkräftemangel. Wir haben seit kurzem eine neue Mitarbeiterin. Ihre Aufgabe ist das Recruiting und Employer Branding: Wenn man nicht sichtbar ist, hat man kaum eine Chance. Daran arbeiten wir gerade.

Welche Qualitäten sollte man als Unternehmer:in mitbringen bzw. sich aneignen?

Eigeninitiative und Eigenverantwortung sind die wichtigsten Eigenschaften. Man muss die Aufgaben und Bedürfnisse anderer sehen und erkennen, um dem Kunden hieraus einen Mehrwert zu bieten. Wichtig finde ich, dass man hinter dem steht, was man als Unternehmer:in tun möchte, statt aus Mangel an Alternativen ein Unternehmen zu gründen.

Herzlichen Dank für den Einblick und die Anregungen!

Harald Grumser bekommt Gründerpreis Baden-Württemberg 2022 für sein Lebenswerk

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL und Sparkassenpräsident Peter Schneider haben jetzt in Stuttgart fünf Start-ups mit dem Gründerpreis Baden-Württemberg geehrt. Die mit insgesamt 25.500 Euro dotierte Auszeichnung wurde zum 25. Mal vergeben.

Den Preis für das Lebenswerk erhielt Harald Grumser, Gründer und langjähriger CEO der Compart AG, Böblingen, der auch Beiratsvorsitzender des Softwarezentrum Böblingen/Sindelfingen e.V. und Mitinitiator des KI Startup- und Innovationszentrums AI xpress ist.

„Der Erfolg Baden-Württembergs basiert auf Weltmarktführern und Unternehmerinnen- und Unternehmerpersönlichkeiten. Die Preisträger der Kategorie Lebensweg stehen exemplarisch dafür und belegen eindrucksvoll, dass wir nicht nur auf das Silicon Valley oder auf andere Start-up-Hotspots blicken müssen, sondern eigene Erfolgsgeschichten haben. Mit unserer erfolgreichen Landeskampagne Startup BW und gemeinsam mit unverzichtbaren Partnern wie der Sparkassen-Finanzgruppe arbeiten wir hart daran, Start-ups in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken und bestmöglich zu unterstützen, um diese Erfolgsgeschichten fortzuschreiben“, so die Ministerin.

Im Rahmen der Verleihung des Gründerpreises Baden-Württemberg wurde zum 18. Mal eine verdiente Unternehmerpersönlichkeit für ihr Lebenswerk geehrt. In diesem Jahr erhielt Harald Grumser, Gründer der Compart AG, die Auszeichnung.

Bereits Anfang der 90er-Jahre erkannte der Unternehmer das gewaltige Potential, das die Digitalisierung für die Geschäftswelt barg. Sein 1992 gegründetes Unternehmen Compart arbeitete zunächst als Systemhaus, bevor es zur Entwicklung von Software überging. Grundidee war dabei, die Konvertierung zwischen verschiedenen Formaten zu ermöglichen – beginnend bei den Grafikformaten AFP und TIFF. Heute ist Compart ein international agierender Innovationstreiber in Sachen Omnichannel-Kundenkommunikation.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Böblingen versteht sich als Brückenbauer zwischen analoger und digitaler Dokumentenwelt. Als Firmenchef hat Harald Grumser bis 2021 einen Gründergeist gelebt, an dem alle Mitarbeitenden im Haus teilhaben konnten. Hürden wurden systematisch abgebaut – zum Beispiel durch Angebote für Eltern mit Kleinkindern oder Deutschkurse für nichtdeutschsprachige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

„Kompatibilität – die Vereinbarkeit des Unterschiedlichen – ist ein Wort, das Harald Grumser wunderbar charakterisiert, nicht nur im Blick auf seine Arbeit in der Softwareentwicklung, sondern auch als Mensch“, betonte Sparkassenpräsident Peter Schneider bei der Preisübergabe. „Er ist ein Musterbeispiel für den unkomplizierten Macher, der schnell Probleme erkennt und praktikable Lösungen schafft. Die Compart AG beweist darüber hinaus eindrucksvoll, wie ein relativ kleines, hochagiles Unternehmen mit 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Innovationen vorantreiben kann.“

Grumser reiht sich ein in eine beeindruckende Gruppe von Unternehmerinnen und Unternehmern, die in den vergangenen Jahren mit dem Preis für ihr Lebenswerk geehrt worden sind. Darunter Persönlichkeiten wie Ewin Hymer, Artur Fischer oder Wilfried Ensinger.

Startschuss zum Mittelstand-Digital Zentrum Klima.Neutral.Digital

Der Weg zu nachhaltigen, klimaneutralen Unternehmen

Während der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz geförderten Projektzeit von drei Jahren wird ein Mittelstand-Digital Zentrum aufgebaut, das jetzt in Stuttgart gestartet wurde.

Dieses soll kleine und mittelständische Unternehmen sowie Handwerksbetriebe in die Lage versetzen, den Weg zur Klimaneutralität bis 2035 zu gehen. Das Projekt wird mit mehr als fünf Millionen Euro vom Bund gefördert.

„Ein Thema, das in die Zeit passt, tolle Projektpartner und passgenaue finanzielle Ressourcen aus Berlin, jetzt können wir beim Thema Klimaneutralität durchstarten“, so Hans-Ulrich Schmid, Geschäftsführer des Softwarezentrums Böblingen/Sindelfingen e.V. zum neuen Förderprojekt. Für die Unternehmen sei es, schon allein um auch künftig wettbewerbsfähig zu sein, besonders wichtig, sich jetzt dem Ziel der Klimaneutralität zu verschreiben.

Klimaroadmaps und Zertifikate – das Mittelstand-Digital Zentrum Klima.Neutral.Digital bietet wichtige Basisinformationen z.B. über Wege zum zertifizierten klimaneutralen Unternehmen.

Das Konsortium plant und unterstützt Unternehmen auch bei konkreten Umsetzungsprojekten, insbesondere zu den Themenfeldern:

  • Sensorgestütztes Monitoring
  • Digitale Produktentstehung
  • Klimafreundliche Gebäudehülle
  • Digitale Geschäftsmodelle
  • Klimaneutrales Energiemanagement

Als Ansprechpartner:innen und Unterstützer:innen stehen den Unternehmen vor Ort Klima-Coaches zur Seite.

Die Konsortialpartner und deren Stärken fürs Projekt

Das Projekt wird durch vier Partner aus Baden-Württemberg getragen:

  • Die Hahn-Schickard Gesellschaft für angewandte Forschung, Stuttgart: Exzellente Expertise im Bereich der Mikrosystemtechnik und Bereitsteller der notwendigen Hardware und Datenverarbeitung für die Digitalisierung.
  • Softwarezentrum Böblingen/Sindelfingen e.V., Böblingen: Fachexpertise im Bereich Digitalisierung durch 110 IT-Mitgliedsunternehmen. Öffentlichkeitsarbeit mit unterschiedlichsten Formaten. www.softwarezentrum.de
  • Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), Stuttgart: Umfangreiche Fachexpertise und Erfahrung u.a. in der Energiesystemanalyse sowie Auslegung und Betrieb von Anlagen in Bezug auf Energieeffizienz.
  • Der Mikrosystemtechnik-Cluster microTEC Südwest e.V., Freiburg: Hat die Konsortialleitung sowie die Gesamtprojektleitung inne. Weitreichende Erfahrungen und Expertise im Wissens- und Technologietransfer sowie in der Öffentlichkeitsarbeit.

Die Konsortialpartner werden mit zahlreichen verschiedenen Institutionen zusammenarbeiten. Darunter gehören u.a. über 25 weitere Mittelstand-Digital Zentren sowie die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF).

Bei Fragen zum Mittelstand-Digital Zentrum Klima.Neutral.Digital steht Hans-Ulrich Schmid vom Softwarezentrum Böblingen/Sindelfingen e.V. gerne zur Verfügung (Tel . 07031/714701; info@softwarezentrum.de)

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