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  • Die dritte Dimension im Webbrowser

    14.10.2015 16:12

    Hardwarebeschleunigung ist der wesentliche Faktor für das Rendern dreidimensionaler Computergrafiken. Dabei werden alle, zur Darstellung notwendigen Berechnungen auf den Grafikprozessor (GPU) ausgelagert. Die Voraussetzung hierfür sind standardisierte Grafiktreiber, die sich im Desktopbereich bereits seit vielen Jahren etabliert haben. Im Bereich der Webanwendungen sieht die Situation jedoch anders aus.

    Aufgrund fehlender Schnittstellen ist der Zugriff auf die Grafikkarte über den Webbrowser bisher nicht möglich. Die Einführung von WebGL – einer 3D-Programmierschnisttelle – schafft Abhilfe. In Zukunft ist das hardwarebeschleunigte Rendern von 3D-Inhalten auch über den Webbrowser möglich. Mit der Entwicklung einer Web2Print Plattform hat das Steinbeis-Transferzentrum Mikroelektronik (TZM), das auch Mitglied im Softwarezentrum ist, die Einsatzmöglichkeiten des neuen Standards näher untersucht.

    Die Idee für das Projekt entstand in Kooperation mit der Firma Hinterkopf, die mit Ihrem neuen digitalen Druckverfahren die Voraussetzung  geschaffen haben, zylindrische Körper individuell und preisgünstig zu bedrucken. Im Mittelpunkt steht deshalb die individuelle Gestaltung von Flaschen, Tuben aber auch Dosen.

    Der eigentliche Gestaltungsprozess wird durch ein 3D-Modell ergänzt, das im dreidimensionalen Raum gedreht und betrachtet werden kann. Hier zeigen sich bereits die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von WebGL. Durch das echtzeitfähige Rendern der Scene, werden Änderungen des Entwurfs zur Laufzeit neu berechnet und dadurch  aktualisiert auf dem Modell dargestellt. Dies ermöglicht nicht nur eine nahezu reale Vorschau des Endproduktes, sondern erschließt neue Wege der interaktiven Produktpräsentation im Webbrowser.

    Die Ergebnisse haben gezeigt, dass WebGL weitaus mehr ist, als ein weiterer Versuch, den Webbrowser fit für die dritte Dimension zu machen. Das Potential dieser Technologie haben die meisten Browserhersteller bereits erkannt. Nahezu alle modernen Webbrowser unterstützten schon heute den neuen, offenen Standard.

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